Der Bau und seine Geschichte
Erbaut 1954-1956 nach Plänen von Friedrich Dyrssen (1933). 1980 hatte man sich für eine Fußbodenheizung und Teppichboden in der Kirche entschieden, zum einen aus wirtschaftlichen und substanzerhaltenden Gründen (Eine langsamere und gleichmäßigere Aufheizung der Kirche schonte die Orgel), zum anderen aber, weil sich das Kirchen- und Gottesdienstverständnis geändert hatte: Man wollte einen gemütlichen, warmen Raum, der dazu einlädt, sich auch auf den Fußboden zu setzen. Dazu wurden die Bänke vom Boden gelöst und so bot der Raum auf einmal deutlich mehr unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Damit wurde auch das Projekt „Neue Gottesdiensformen" lebendig. Einschneidendste Maßnahme war dabei die Niveauangleichung im Altarraum: Die Stufe, die den Altarraum durchzog, wurde überbaut, und so entstand ein einheitlicher, großer Aktionsraum für Gottesdienste, Aufführungen und vieles andere mehr. der im Jahr 2006 wieder entfernt wurde. Architekt Manfred Johannsen zur Umgestaltung 2006: Das Ziel der jetzigen Umgestaltung war es, den sakralen Charakter wieder zu stärken, ihn aber mit einer deutlich helleren, fröhlicheren und feierlichen Grundstimmung zu versehen. In der Konzeption betonte der Kirchenvorstand, dieses Ziel vor allem in den Bereich Farbe, Licht und Fußboden zu verfolgen. Farbe: Da die kräftigen Betonpfeiler ohnehin schon sehr massiv wirken, haben wir uns entschlossen, dieses nicht noch durch Farbe zu verstärken. Wände, Decke und Betonelemente sind in strahlendem fast ungetöntem Weiß und leicht abgesetzt in hellgrau gestrichen. Alle Einbauten und auch die Bodenbeläge erhielten harmonisch gedeckte helle Farbtöne. Der Raum soll hierdurch Ruhe ausstrahlen und nicht aufgeregt bunt wirken. Lediglich das Grün der Bänke ist etwas kräftiger, um die Gemeinde auch optisch im Zentrum näher zusammen zu rücken. Bodenbelag – Materialien: Grau-braunes Steinzeug, ruhig und großformatig im Chorraum, fast unmerklich kleiner in den Seitenschiffen und dem Eingang, bildet das Hauptmerkmal der Bodenbeläge. Abgesetzt hiervon ist die zentrale hölzerne Fläche aus weiß geölter Eiche, auf der die Bänke stehen. Der Eichenbelag der Bankquartiere läuft die Stufen hinauf bis in den Altarraum und stellt so die Verbindung her zwischen Kirchenschiff und Chor. Licht: Nicht die Leuchten, sondern das Licht steht im Vordergrund. Eine Mischung aus direkter und indirekter Beleuchtung mit Leuchten in der Decke, an den Wänden und hinter den Betonbindern ermöglicht eine Vielzahl von Lichtszenen für die unterschiedlichen Veranstaltungen. Wichtig neben einer guten Grundausleuchtung der Räume sind Akzente auf Kreuz, Altar, Kanzel und Taufe, die dem Chorraum eine besondere Lichtstimmung verleihen. Alle diese Maßnahmen zusammen sollen dazu führen, den ursprünglichen Raum zu respektieren, seine Idee aber zu überlagern mit heutigen Sehnsüchten und Anforderungen und aus dieser Symbiose ein stimmiges Ganzes zu erzeugen. Wir wünschen der Kirchengemeinde Lokstedt viel Glück in ihren neu gestalteten Räumen und hoffen, dass wir mit unserer Arbeit einen Teil dazu beitragen konnten, einen lebendigen Raum zu schaffen, der sie in ihren vielfältigen Gemeindeaktivitäten unterstützt, der Raum für Besinnung und Ruhe bietet, trotzdem aber den menschlichen Maßstab in den Mittelpunkt stellt.
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